Umgang mit undurchsichtigen Zusammenhängen: ein Versuch, unter Konstanthaltung aller Größen mit Ausnahme einer einzigen, die dann gezielt verändert wird, bringt oft nicht das gewünschte Ergebnis, nämlich dem Gesamtsystem Reaktionen zum Zwecke der Identifikation von Wirkungszusammenhängen zu entlocken. Allein schon deshalb, weil es meistens nicht möglich ist, das gesamte Gefüge der Einflussfaktoren bis auf ein Element konstant zu halten.
„Man kennt normalerweise gar nicht alle wirksamen Systemelemente.“
„Und von den bekannten entziehen sich wiederum einige dem direkten Zugriff.“
„Ein an der sichtbaren Oberfläche ruhiges System lässt deshalb keineswegs immer den Schluss zu, dass sich im Innern ebenfalls nicht verändere“.
„?“
„Aussichtsreicher wäre es, möglichst breitgefächert an die Analyse heranzugehen.“
„Und ein nach den jeweiligen Schwerpunktkriterien ausgewähltes Bündel von Einflussfaktoren gleichzeitig zu manipulieren?“
„Ja, um dabei nämlich Antworten auf dieses mehrdimensionale Eingriffsmuster zu beziehen.“
„Monokausale Beziehungen sind in dynamischen Wirkungsnetzen ohnehin eher die Ausnahme.“
„Und auf diesem Weg können ja auch wesentliche Verbindungen zwischen ganzen Variablengruppen herausgearbeitet werden.“
„Über die dann eine Steuerung des Gesamtsystems möglich ist.“
„Diese Methode wird auch mit der Entwicklung einer Standortbilanz gezielt verfolgt.“
„?“
„Man erhält dadurch auch ein Gefühl der Handlungsmacht, das zur Aufrechterhaltung aktiven Agieren notwendig ist.“
„Ansonsten besteht die Gefahr, dass man sich ausgerechnet bei dramatischen Veränderungen ganzer Systembereiche zu sehr auf Einzelpositionen bezieht.“
„?“
„Der ohnehin meistens nicht sehr ausgeprägte Blick auf das Zusammenwirken aller Einflussfaktoren würde sich noch weiter verengen.“
„?“
„Denn gerade in einem Krisenmodus wäre eine solche Konzentration auf letztlich winzige und unbedeutende Nebenschauplätze des Geschehens unangemessen.“
„Und auch Außenstehenden wohl nicht nachvollziehbar zu vermitteln.“
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