Auch der Wald ist wertvolle Biomasse: Riskiert Europa gerade seine Waldvorräte? Ausgeschlossen scheint dies nicht: der Biomasseverlust ist mit einem geradezu historischen Sprung dramatisch in die Höhe geschnellt. Und das in Zeiten, in denen sich besonders Europäer über die Rekordzahl an Waldbränden und Rodungen an anderen Stellen dieser Erde beschwert. Jahrzehntelang war zumindest auf den europäischen Wald und dessen segenstreichen Beitrag für die Klimabilanz Verlass. Denn die Waldfläche war in den meisten Ländern zumindest stabil. Auch, weil der Markt für Holz, Bretter und Pellets wuchs.
„Die Bäume und Böden saugen wie ein Schwamm ja viel von dem erzeugten Kohlendioxid aus der Atmosphäre ein.“
„Ja, und binden es als eine Art Naturspeicher.“
„Jetzt kommen aber immer mehr Alarmzeichen von der unbestechlichen Satellitenfotografie.“
„Jedenfalls ist die Sache kompliziert.“
„Wie immer, wenn es um den Wald, die Welt und Ökologie geht.“
Mit dem Höhepunkt von beispiellosen Trockenphasen werden Europas Wälder durch Austrocknung und Borkenkäferplagen dezimiert. Wälder, die nicht nur für Holzprodukte gebraucht werden, die energieintensive Materialien wie Stahl, Aluminium, Beton und fossile Brennstoffe ersetzen sollen. Auch der sich gefährlich weiter beschleunigende Klimawandel bringt den Wald ins Schleudern. Nicht zuletzt auch in seiner Funktion als Erholungswert und ökologischer Mehrwert für Mensch und Tier. Da Wälder sowohl als Klimaschutzinstrument zur Kompensation anderweitig dringend benötigter Kohlendioxid-Reduktionen als auch als energiepolitischer Rückzugsraum ausgelegt werden können sind dementsprechende Entwicklungen nicht konstant.
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