Schreibschrift darf individuell daherkommen: beispielsweise indem aus den ohnehin erlernten Druckbuchstaben von jedem anders ein mehr oder minder verbundener Schreibstil entwickelt wird. Man erhofft sich dadurch weniger Kinderfrust (manchmal auch Erwachsenenfrust) und mehr Zeit für andere wichtige Dinge der Bildung. Wichtig scheinen in diesem Zusammenhang Ergebnisse der Bildungsforschung, nach denen digitale Medien weniger intensive Spuren im Gedächtnis hinterlassen als Stift und Papier. U.a. waren von Hand mitschreibende Studenten in Tests besser, wenn sie nach komplexen Zusammenhängen aus dem Stoff ihrer Vorlesungen befragt wurden.
Zudem sind Tastaturen untrennbar auch mit dem Sog der Bildschirme und hieraus erwachsenden Gefahren verbunden. Experten kennzeichnen diese Entwicklung u.a. mit dem Begriff „Natur-Defizit-Störung“, u.a.: Verhäuslichung on Kindern, Depression, Fettleibigkeit gepaart mit physischen und psychischen Störungen. Eine urbanisierte Internetwelt können mit Blog, Chatroom oder Breitband die uralte Kopplung zwischen Natur und Kultur nicht auflösen und schon überhaupt nicht ersetzen. Man kann dem Zeitenwandel durchaus Rechnung tragen, ohne dafür Natur und Schrift nur noch auf dem Bildschirm erleben zu dürfen.
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