Das verfügbare Wasserdargebot lässt sich durch Abwasserreinigungsanlagen erhöhen: zum einen wird dabei weniger-verschmutztes Wasser in die Vorfluter abgegeben, zum anderen kann das behandelte Abwasser gleich wieder einer erneuten Nutzung zugeführt werden. Bezüglich Qualität des Wassers sind die höchsten Anforderungen an das Trinkwasser zu stellen, die geringsten Anforderungen an das Kühlwasser. Solchermaßen behandeltes Abwasser kann wegen dort geringerer Qualitätsansprüche deshalb insbesondere für Bewässerung, für industrielle Zwecke oder für Grundwasseranreicherung benutzt werden. Die Reihenfolge der Nutzung sollte somit so vorgesehen werden, dass Verbraucher mit den höchsten Qualitätserfordernissen auch zuerst entnehmen können, gefolgt von jenen Verbrauchern, die eine niedrigere Wasserqualität benötigen. Da auf diese Weise für viele Zwecke gereinigtes Abwasser einer Mehrfachnutzung zugeführt wird, kann damit gleichzeitig mehr Süßwasser für häusliche Zwecke verfügbar gemacht werden. In der Industrie können durch ein solches innerbetriebliches Recycling bis zu 90 Prozent des entnommenen Wassers wiederverwendet werden. Im Rahmen eines Schemas für Umweltkennzahlen gibt der Wiederverwendungsfaktor an, wie oft ein Kubikmeter Wasser innerbetrieblich genutzt wird, bevor er in den Vorfluter abgegeben wird.
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