Wer nur ein einziges Szenario entwirft, betreibt kein Risikomanagement. Da er seinen gesamten Einsatz auf ein einziges Ergebnis wettet. Und meint, für ihn gäbe es keine Alternativen. Und er mit Sicherheit zu wissen glaubt, was die Zukunft bringen wird. Besser wäre es, viele Szenarien zu entwerfen, die eine große Bandbreite von Möglichkeiten abzudecken vermögen. Dabei sollten immer auch negative Ereignisse in Betracht gezogen werden. Selbst dann, wenn man ihnen wegen einer angenommenen geringen Wahrscheinlichkeit ihres Eintreffens nur ein geringes Gewicht beimessen möchte. Schon das Eingeständnis, dass Dinge auch eine schlechte Wendung nehmen können, sensibilisiert für ansonsten nicht so offensichtliche Risiken. Szenarien sind vor allem deshalb nützlich, weil sie auch unvermittelte Änderungen einschließen und sämtliche Annahmen auf den Kopf stellen können. Negative Szenarien sollten auch dann einbezogen werden, wenn man sich sicher ist, dass sie sich nicht einstellen werden (können).
Personalbilanz Lesebogen 74 – Managementwissen Betriebswirtschaft, Handlungsräume im Szenario vermessen