Anstatt mit seinen Schwächen zu hadern, ist es sinnvoller, sie zu akzeptieren, sich mit seinen Stärken zu beschäftigen. Keine leichte Übung für Überarbeitete, die selbst in ihrer knappen Freizeit nicht auf Extremsportarten verzichten können, um ihre Grenzen immer wieder neu ausloten zu wollen. Die unablässig versuchen, alles reinzupacken und perfekt zu funktionieren. Für die Muße und Schwäche zu zeigen überhaupt nicht geht. Nicht wenige fühlen sich von dem Ansturm an Informationen überfordert. Es kommt darauf an, unnötige Informationen zu verwerfen, um die verborgene Gestalt des Wissens freizulegen. Noch vor nicht allzu langer Zeit, musste Wissen aktiv ausfindig gemacht werden. Heute dagegen werden wir mit Informationen geradezu überschwemmt: vieles davon ist irrelevant oder von zu geringer Qualität. Im internetgesteuerten Denken wird nicht prämiert, was man weiß, sondern was man herausfinden kann. Das Netz erfordert einen neue Form von Lesefähigkeit: die Fähigkeit, aus dem Übermaß der Informationen schnell und gezielt das Hilfreiche von dem Sinnlosen zu unterscheiden. „Das Internetdenken besteht nicht nur aus Surfen und Sammeln, sondern auch aus Auswählen und Wegwerfen“. „Morsches Holz abschlagen zu können ist vielleicht die wichtigste Fähigkeit des Onlinegehirns“.
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