„Die Corona-Krisenzeit bietet viel mehr Einblicke in Privates als sonst gewohnt.“
„Kann man sagen: Vom Kameraschwenk ins Heimbüro bis hin zur Diskussion von Vorerkrankungen.“
„Das heißt, die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatwelt verschwimmen weiter zusehends?“
„So ist es, wobei jeder für sich selbst bestimmen muss, welchen Ausschnitt aus seinem privaten Umfeld er freigibt.“
„Und man muss dabei höchstens selektiv authentisch sein.“
„Klar, bei Videokonferenzen kommt noch die Dimension einer digitalen Überwachung hinzu.“
„Gefahren lauern ja besonders dort, wo die Informationskultur ohnehin schon eher toxisch gelagert ist.“
„Ja, und wo es mehr Möglichkeiten gibt, Nähe bis ins private Büro hinein herzustellen, muss es auch Möglichkeiten geben, Nähe abzubauen.“
„Wobei gerade extrovertierte Menschen vielleicht eher unbedarft in eine Plaudertaschen-Falle tappen?“
„Ja, aber auch Berufseinsteiger, gewohnt an das Uni-Milieu, sollte privatplaudertechnisch besser auf die Bremse treten.“
„Wer also von sich zu viel Privates, beispielsweise über Beziehungskrisen, finanzielle Sorgen oder ähnliches preisgibt, macht sich angreifbar?“
„Ja, hierfür braucht man aber ein feines Gespür.“
„?“
„Denn wenn man merkt, dass das, was man gutgläubig gesagt hat, gegen einen verwendet wird, ist es meist schon zu spät.“
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