Ihr Lieben,
lasset mich Abstand gewinnen von allem
und Zeit zu wägen,
ob das Geschriebene bestehen kann,
vor Euren prüfenden Augen und Sinnen.
Wie leicht ist es doch möglich,
dass ich schon morgen verwerfe,
was heute meinem Leben hinter dem Draht
noch etwas Glanz zu geben vermag.
Ich bedenke wohl dieses:
leere Blätter seh´n mich an,
will schauen, ob ich sie füllen kann –
in der Hinsicht des längeren „hab etwas davon“,
mehr als, es wird allenthalben genug davon gesprochen,
von kulinarischen, magenfüllenden Dingen.
Hingegen – von einem Ochsen kann man keine Milch verlangen !
Ich stell´ mich seitwärts, denn gedacht ist nicht geschrieben.
Möget Ihr nicht einmal sagen: Schade, das schöne Papier!
Ansonsten behaupte ich, wo nichts hinein gesteckt wird,
kann nichts heraus geholt werden.
Es geht uns allen gleich, der Brotkorb hängt noch höher als hoch
und der Karotte vermag ich kein Loblied singen.
Möge also nun nicht der gemäßigte Anfang ersticken.
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