Flieger Ernst Becker: „Traum, du warst kurz! Dein Sturz ins „Gestern“ zurück – du denkst das Glück. Heute mag die Sonne gar nicht scheinen, und die Augen leer vom vielen Weinen, suchen Mütter ihren Weg, hin zum zerborstenen Steg. Strom, du fließt durch so viel Leid, trägst die grausen Bilder weit, hin zum weiten Meer, Gedanken hinterher. Strom, hörst du die dumpfe Klage, dieser grau verhangenen Tage. Nebel, der du aus den Wiesen steigst. Wind, du über Trümmern geigst, nehmt dem Heute doch das Grauen. Trotzdem, gilt es aufzubauen, und die Brücke neu zu schlagen, hin zu fernen Tagen. Der Regen regnet auf das Dach, das Wasser steigt im Tränengrund, wie weit von Dir, bin ich denn wach? Der Regen regnet auf das Dach, das gleiche Leid haucht unser Mund, wir träumen gleiches Ungemach. Das Wasser steigt im Tränengrund, Du bist so fern, wirst Du nicht wach, mein Herz pocht sich nach Deinem wund. Träume sind der Mut zur Fantasie, den man am Tag nicht hat. Und weil dem so ist und ich, wenn auch nicht mut- und hoffnungslos, doch gern und bunt träume, wende ich mich ab vom Abgrund, und es soll entstehen hier auf dem Papier, im Rahmen des vielleicht erst in Jahren Möglichen: das eigene Heim.“
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