Die Hochproduktivitätsökonomie befindet sich in permanenter Revolution. Als einst Organisationsstrukturen der Unternehmen immer komplexer wurden und eine Lenkung von oben, der Kommandobrücke, immer schwieriger wurde, steigerte man die Produktivität durch Einbau von zusätzlichen Managementebenen in der Mitte des Betriebs. Da der Boss von oben nicht mehr überblicken konnte, was unten auf dem „Floor“ vor sich ging. Es entwickelte sich eine eigene Dienstklasse mit einer eigenen Wissenschaft, der Betriebswirtschaft. Doch dann machte die permanente Revolution eine disruptive Kehrtwendung, die für das mittlere Management einschneidende Folgen hatte (und hat). Diese Managementebene wurde nun im Dienste der Hochproduktivität wieder eingespart. Die digitale Epoche hinterlässt auch dort ihre Spuren. Die Beschäftigten arbeiten verantwortlicher, nachhaltiger und effektiver. Sie müssen nicht mehr geführt werden. Sie führen sich selbst. Die Nebenwirkungen: Arbeit wird auch auf dem „Floor“ noch intensiver und allumfassender. Der Druck wird unausweichlicher. „Die Erschöpfungszustände greifen die ganze Person an, die sich im Regime des Co-Managements dem Betrieb verschrieben hat (seine Seele verkauft hat?). Es entsteht ein neues Dienstleistungsproletariat. Es bleiben nur noch Jobs ohne Aufstiegsmöglichkeiten.