Schon immer war das Gründungsgeschehen durch originäre Gründungen (neue Projekte) geprägt. Auch in jüngerer Zeit gingen drei von vier Existenzgründern den Schritt in die Selbständigkeit, indem sie ein neues Unternehmen eröffneten (Vgl. KfW Gründungsmonitor). Dagegen werden bei derivativen Gründungen Strukturen bestehender Unternehmen (Übernahme oder Beteiligung) genutzt. Zu diesen Strukturen gehört u.a. die vorhandene Belegschaft. Erfolgreiche Gründer haben dazu beigetragen, dass manche Jugendliche heute nicht mehr zwingend Feuerwehrmann, Pilot, Arzt oder „irgendwas im Staatsdienst“ werden wollen. Als Traumberuf hat der „Entrepreneur“ an Glanz gewonnen. Stand früher der Beruf des Unternehmensberaters ganz oben auf der Wunschliste des hochqualifizierten Nachwuchses, zieht es heute immer mehr dieser „High-Potential“ in die (schillernde) Startup-Welt. Immer mehr (auch große) Unternehmen wollen Innovation jung, digital oder sogar umstürzlerisch geschehen lassen. Neuentwicklungen, für die man bisher 1-2 Jahre kalkulieren musste, sollen schneller geschehen. Selbst Marktführer können sich nicht mehr so viel Zeit wie bisher gewohnt nehmen: in der digitalen Welt kann längst zu alt sein, was vor eineinhalb Jahren erdacht wurde.