Manchmal braucht man eine Geschichte, um einen Sachverhalt unter die Leute zu bringen, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, um Zusammenhänge plastisch zu beschreiben. Denn Wirtschaftswissen ist manchmal steril, Geschichten dagegen sind ansteckend und verbreiten sich schneller. Selbst dann, wenn offen ist, ob die Pointe wirklich wahr und der behauptete Zusammenhang korrekt ist. Fiktive Realitäten können manchmal leichter zu handfesten Realitäten wie einem schwarzen Mann führen. Mit Ausnahme einiger Außenseiter beschäftigen sich Ökonomen mit Storytelling bisher eher selten. Erzählungen gelten als wissenschaftstheoretisch minderwertig, da sie einer anderen Logik als der einer Falsifikation folgen. „Mit akademischer Hochnäsigkeit haben die Ökonomen es bisher versäumt, im Wettbewerb um die besseren Geschichten mitzubieten, mit der Folge, dass ihre Kritik hinterher nicht mehr durchdrang. Vor diesem Hintergrund wird nunmehr manches Plädoyer für eine fusionierte Geistes- und Sozialwissenschaft publiziert. Das Motto: „Mathe taugt für den Anfang; danach braucht es Narrativität“.