Insgesamt wird dem Schreiben und der sprachlichen Bildung immer weniger Bedeutung beigemessen, digitale Medien fördern eine „angestrengte Erleichterungspädagogik“. Fatal ist es nur, dass es zwischen Lernleistung und Handschrift einen engen Zusammenhang zu geben scheint: „wer gut und versiert schreibt, prägt sich Geschriebenes besser und konzentrierter ein“. Denn motorisches und visuelles Gedächtnis funktionieren Hand in Hand. Durch das Zusammenwirken zweier Gedächtnisbereiche stärkt die Handschrift den Lerneffekt. Handschriftliches kann man nicht per Mausklick löschen: besser also vorher überlegen, bevor man schreibt. Da man per Handschrift mit dem Inhalt intensiver verbunden ist, wird dadurch auch das strukturierte Denken gefördert. Rechtschreibung und Grammatik sind bei Schülern mit verbundener Handschrift besser entwickelt. Durch den Verlust an verbundener Handschrift und Ersatz durch Druckbuchstaben ist also langfristig wenig (nichts) gewonnen. Was sollte daran schon gerecht sein, wenn durch das Senken von Anforderungen auf das Erlernen von Handschrift verzichtet wird und alle weniger Lerneffekte haben oder ihr strukturiertes Denken weniger gefördert wird? Umso stärker werden sich „Eliten“ etablieren, die sich aufgrund genau dieser Fähigkeiten Wettbewerbsvorteile (was knapp ist, wird auch teuer) verschaffen werden. Ein Verlust der Handschrift wäre damit letztlich auch ein Verlust an Chancengleichheit.