An den Ufern neuer Datenmeere stehend wäre es wohl zu einfach, diese (nur weil man deren Bedeutung und Umfang nicht versteht) einfach als zukünftige Ordnung aller Dinge zu akzeptieren. Die kommerzielle Verwertung des Wissens über gegenwärtiges Verhalten breitet sich weiter aus bis hin „zu einer Beeinflussung und Umformung entstehenden Verhaltens“, um zukünftige Einkommensquellen zu erschließen. Jedes Glied der Wertschöpfungsketten soll durch Analyse, Vorhersage und Umformung zu Geld gemacht werden. Telefone, Überwachungskameras, Satelliten, Datenbanken (Staat, Banken, Auskunfteien, Kreditkarten- und Telekommunikationsunternehmen, usw. usw.) generieren ständig neue und breitere Datenströme. Experten sprechen von im flüchtigen Alltag fortlaufend abgeschöpften „Datenabgasen“, Datenschnipseln aller Online-Aktivitäten: alle jene Google-Suchen, Twitter-Nachrichten, E-Mails, Texte, Fotos, Lieder, Videos, Aufenthaltsorte, Bewegungen, Einkäufe, Klicks und Seitenaufrufe werden (als Ausbeutung immensen Ausmaßes) eingefangen, abstrahiert, analysiert, aggregiert, verpackt und verkauft. Die Abschöpfung riesiger Datenmengen („das Internet von Allem“) findet unsichtbar, unerkennbar (quasi als Geheimoperation) und ohne jedes Einverständnis der eigentlichen Eigentümer dieser Daten statt.