Könnte man ein Schriftsteller sein, wenn dessen Bücher zwar geschrieben, aber nie verlegt würden? Wobei sich manche Erfolgreiche in ihrer Vorstellung auch für Glücksritter halten, die einem Scheitern nur mit knapper Not entkommen sind. Eigenverleger sein heißt scheitern, wie nicht viele zu scheitern wagen. Wer scheitert, schaut zurück, und wer zurückschaut sinnt nach. Manche können mit dem Scheitern nicht einfach aufhören. Die Werke eines Eigenverlegers entstehen unaufgefordert, meistens ohne Auftrag. Anerkennung ist oft Zufall, der Kern des Erfolgs bleibt oft unauffindbar. So wie Slow Food das Gegenteil von Fast Food ist, gibt es als Alternative zum atemlosen Nachrichten-Stakkato auch Slow Journalisten, die nicht nur immer hektisch der nächsten Nachricht hinterherjagen und damit Gefahr laufen, die eigentliche Geschichte zu verpassen. Bei all den Meldungen, die im Minutentakt am Publikum vorbeirauschen, in diesem chaotischen News-Lärm ist es schwierig, die wichtigen Zusammenhänge mitzubekommen. Aber gleichzeitig tut sich damit eine Marktnische auf. Und zwar überall dort, wo Tiefgang wichtiger als Schnelligkeit ist, wo nicht nur auf Breaking News, sondern stattdessen auf Kontext und Analyse gesetzt wird. Wo es nicht nur erlaubt, sondern geradezu angesagt ist, zeitlichen Abstand zur digitalen Informationsflut zu halten.