Im Schachspiel gibt es oft derart komplizierte Stellungen, dass es nahezu unmöglich ist, alle möglichen Varianten auf Erfolg oder Risiko hin durchzurechnen. Ein erfolgsreiches Hilfsmittel hierbei ist das Lavieren, d.h. das Suchen nach Zügen, mit denen man erst einmal nichts an Stellungen verändert, sondern abwartet. Ganz ähnlich geht es auch oft im Wirtschaftsleben zu: die beste Lösung ist zeitweise das „wait an see“ und sich dabei alle Optionen offenhalten. Es geht also um einen nützlichen Umgang mit komplexen, im Moment nicht durchschaubaren Problemen, um Zwischenlösungen ohne Nachteile. Wer Schachspiele erfolgreich bestehen will, muss vorausschauen und einschätzen, was der jeweilige Gegenspieler wohl denken und wie er vielleicht handeln mag. Um böse Überraschungen zu vermeiden gilt es auf Grundlage solcher Erkenntnisse effektive Strategien zu erarbeiten. Auf die Karriere übertragen, geht es dort kaum anders zu. Auch beim beruflichen Einsatz des Intellektuellen Kapitals geht es um mentales Kräftemessen und Meditation in einem. Eine wichtige Rolle spielen psychologische Faktoren und Körpersprache: mancher Berufserfolg stellt sich für denjenigen ein, der lange Zeit spielen kann, ohne den kleinsten Fehler zu begehen. Wenn es gelingt, während des Spiels zu einer quasi emotionslosen Wand zu werden. Nervenstärke ist erforderlich, wenn das Risiko groß ist, in einem unübersichtlichen Schlagabtausch unterzugehen. All dies macht nicht nur die Faszination des Schachspiels aus, sondern kann gleichzeitig als Rüstzeug für wichtige Schritte auf dem Karrierepfad des Berufes dienen.